Brennholz für den Winter 2026/27:
Jetzt kaufen, richtig lagern und Kosten im Griff behalten
Holzart, Feuchtigkeit, Maßeinheit und Lagerung entscheiden darüber, wie sauber, effizient und wirtschaftlich ein Kachelofen arbeitet.
Noch sind die Tage warm – doch die nächste Heizsaison kommt bestimmt. Wer mit einem Kachelofen heizt, sollte sich daher spätestens jetzt um den passenden Brennstoff kümmern. Denn gutes Ofenholz kauft man nicht erst dann, wenn die ersten kalten Abende vor der Tür stehen.
Dabei geht es nicht nur um die verfügbare Menge. Holzart, Feuchtigkeit, Scheitlänge, Lieferweg und Lagerung entscheiden wesentlich darüber, wie sauber und effizient der Kachelofen arbeitet. Und auch wirtschaftlich lohnt sich ein genauer Blick: Im Energiepreisvergleich zeigt sich Scheitholz im Jahr 2026 deutlich stabiler als Heizöl und Gas.
Scheitholz bleibt 2026 wirtschaftlich attraktiv
Holzpreise sind nicht unveränderlich. Auch hier wirken sich Nachfrage, Erntebedingungen, Aufbereitung, Transport und Personalkosten aus. Im Unterschied zu Heizöl und Erdgas ist regionales Brennholz jedoch wesentlich weniger direkt von internationalen Rohstoffmärkten und geopolitischen Entwicklungen abhängig.
Der aktuelle Energieträgervergleich des Österreichischen Biomasseverbandes zeigt das besonders deutlich. Im Juli 2026 lagen die ausgewiesenen Brennstoffpreise bei:
Während Scheitholz gegenüber Juli 2025 um rund 2,9 Prozent teurer wurde, stieg der Gaspreis im selben Zeitraum um 4,1 Prozent. Am Stichtag 27. Juli 2026 lag der Heizölpreis rund 41 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Scheitholz war damit im Juli 2026 im Vergleich zu Erdgas rund 50 Prozent und gegenüber Heizöl rund 54 Prozent günstiger. Diese Werte beziehen sich auf den Brennstoffpreis und ersetzen keine individuelle Heizkostenberechnung, zeigen aber sehr klar, wie unterschiedlich sich die Energieträger entwickelt haben.
Mehr über die wirtschaftlichen Unterschiede erfahren Sie auch in unserem Beitrag „Holz vs. Heizöl: Warum sich immer mehr für den Kachelofen entscheiden“.
Was kostet Brennholz 2026?
Den einen österreichischen Brennholzpreis gibt es nicht. Entscheidend sind die Region, die Holzart, der Trocknungsgrad, die Scheitlänge, die bestellte Menge und natürlich die Frage, ob das Holz abgeholt oder zugestellt wird.
Der Holzmarktbericht der Landwirtschaftskammer Österreich vom August 2026 weist für luftgetrocknete, gespaltene Meterscheite – als Nettopreise und frei Straße – je nach Bundesland folgende Preisspannen aus:
- Weiches Brennholz: etwa 60 bis 110 Euro pro Raummeter
- Hartes Brennholz: etwa 80 bis 131 Euro pro Raummeter
Quelle: Holzmarktbericht der Landwirtschaftskammer Österreich, August 2026
Ofenfertig auf 25, 33 oder 50 Zentimeter geschnittenes Holz sowie Zustellung und Einlagerung können entsprechend mehr kosten. Die Werte sind daher als Orientierung und nicht als Endverbraucherpreis zu verstehen.
Beim Vergleichen sollte man außerdem genau auf die angegebene Maßeinheit achten. Ein Raummeter geschichtetes Holz ist nicht dasselbe wie ein Schüttraummeter lose geschütteter Scheite. Ein scheinbar günstiger Preis sagt daher wenig aus, solange Menge, Aufbereitung und Lieferleistung nicht identisch sind.
Beim Holzkauf zählt nicht nur der Preis
Ein günstiges Angebot ist nur dann wirklich günstig, wenn das Holz trocken ist und zum jeweiligen Kachelofen passt.
Vor der Bestellung sollten deshalb folgende Punkte geklärt werden:
Für den Kachelofen eignet sich ausschließlich naturbelassenes, trockenes Holz.
Der Österreichische Kachelofenverband empfiehlt einen Wassergehalt von unter 20 Prozent. Feuchtes Holz liefert weniger nutzbare Wärme, verursacht höhere Emissionen und kann zu Rauch, Ruß und Ablagerungen führen.
Wer sicher sein möchte, kann die Feuchtigkeit mit einem geeigneten Messgerät kontrollieren. Wichtig ist, dafür ein Scheit frisch zu spalten und im Inneren des Holzes zu messen. Eine trockene Oberfläche allein sagt noch nichts darüber aus, wie feucht das Holz im Kern ist.
Hartholz oder Weichholz: Was gehört in den Kachelofen?
Grundsätzlich können unterschiedliche naturbelassene Holzarten verwendet werden. Viel wichtiger als die Frage nach Hart- oder Weichholz ist, dass der Brennstoff trocken ist und die in der Bedienungsanleitung angegebene Holzmenge eingehalten wird.
Harthölzer wie Buche, Esche oder Ahorn besitzen eine höhere Dichte. Sie liefern deshalb bezogen auf das Volumen mehr Energie, benötigen weniger Lagerplatz und werden häufig wegen ihres ruhigen, gleichmäßigen Abbrands bevorzugt.
Weich- und Nadelhölzer wie Fichte oder Tanne sind leichter, lassen sich gut entzünden und entwickeln rasch hohe Temperaturen. Für dieselbe Energiemenge wird allerdings mehr Holzvolumen benötigt. Eine gut zusammengestellte Mischung aus Weich- und Hartholz kann daher eine sehr praktische Lösung sein.
Auch Käferholz muss keineswegs aussortiert werden. Ein Borkenkäferbefall allein mindert den energetischen Wert des Holzes nicht. Ist das Holz naturbelassen, trocken und richtig gelagert, eignet es sich sehr gut als Brennstoff. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Käferholz als Brennholz – effizient, nachhaltig und unterschätzt“.
Welche Scheitlänge und welche Brennstoffmenge für einen bestimmten Kachelofen vorgesehen sind, steht in der Bedienungsanleitung. Im Zweifel sollte der zuständige Hafnermeister gefragt werden.
Gerade bei einem individuell geplanten Speicherofen ist die richtige Holzmenge entscheidend für einen sauberen Abbrand und eine optimale Wärmeleistung.
Für den kommenden Winter: trocken kaufen oder später verheizen
Wer das Holz für die unmittelbar bevorstehende Heizsaison 2026/27 benötigt, sollte ausdrücklich trockenes, ofenfertiges Brennholz bestellen. Frisch geschlagenes Holz, das erst jetzt eingelagert wird, ist in der Regel für einen späteren Winter gedacht.
Die häufig genannte Lagerdauer von zwei bis drei Jahren ist eine sichere Orientierung, aber kein Ersatz für eine Feuchtemessung.
Wie rasch Holz trocknet, hängt unter anderem von der Holzart, der Scheitstärke, dem Zeitpunkt des Spaltens, dem Standort und der Luftzirkulation ab.
Deshalb gilt: Nicht das Alter des Holzstapels entscheidet, sondern der tatsächliche Wassergehalt.
Brennholz richtig lagern
Ein guter Lagerplatz schützt vor Niederschlag und ermöglicht gleichzeitig eine ständige Luftzirkulation. Optimal ist ein sonniger, windoffener Standort an der Süd- oder Westseite eines Gebäudes.
Darauf sollte man achten:
- Das Holz nicht direkt auf Erde oder Rasen stapeln.
- Paletten, Kanthölzer oder eine andere Unterkonstruktion schaffen Abstand zum Boden.
- Den Stapel oben vor Regen und Schnee schützen.
- Die Seiten offenlassen und nicht vollständig mit einer Plane einwickeln.
- Zwischen Holzstapel und Hauswand genügend Abstand für die Luftzirkulation lassen.
- Möglichst früh spalten, denn gespaltenes Holz trocknet schneller als Rundholz.
- Frisches Holz nicht in einem geschlossenen Keller oder einer schlecht belüfteten Garage trocknen.
- Ältere Vorräte zuerst verbrauchen und neues Holz getrennt einlagern.
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet weitere Hinweise in unserem früheren Beitrag „Ofenholz – jetzt kaufen, richtig lagern“.
Holzbriketts: eine echte Alternative bei wenig Lagerplatz
Holzbriketts sind keine Notlösung. Sie werden aus trockenen, naturbelassenen Holzresten wie Sägespänen hergestellt und unter hohem Druck verpresst. Dadurch besitzen sie eine gleichmäßige Qualität, eine hohe Dichte und benötigen vergleichsweise wenig Lagerraum.
Ihre Vorteile:
- kompakte und saubere Lagerung
- gut kalkulierbare Mengen
- niedriger Wassergehalt
- gleichmäßige Brennstoffqualität
- ganzjährig im Handel erhältlich
- sinnvolle Ergänzung bei begrenztem Holzvorrat
Allerdings müssen Holzbriketts unbedingt trocken gelagert werden. Sobald sie Feuchtigkeit aufnehmen, quellen sie auf und zerfallen. Ein offener Holzunterstand ist daher nicht geeignet – besser ist ein trockener, geschlossener Lagerraum.
Beim Preisvergleich sollte nicht nur der Paket- oder Palettenpreis betrachtet werden. Aussagekräftiger ist der Preis pro Kilogramm in Verbindung mit dem auf der Verpackung angegebenen Heizwert. So kann abgeschätzt werden, wie viel eine Kilowattstunde Brennstoffenergie tatsächlich kostet.
Wichtig ist außerdem, die für den Kachelofen vorgesehene Brennstoffmenge einzuhalten. Holzbriketts sind sehr trocken und energiereich. Sie dürfen deshalb nicht einfach nach Volumen anstelle von Scheitholz eingefüllt werden. Maßgeblich sind die Bedienungsanleitung und die dort angegebene Brennstoffmenge nach Gewicht. Größere Briketts müssen je nach Ausführung möglicherweise geteilt werden. Verwendet werden sollten ausschließlich geprüfte und entsprechend gekennzeichnete Holzbriketts aus naturbelassenem Holz.
Fazit: Jetzt vorsorgen zahlt sich aus
Wer sein Brennholz rechtzeitig einkauft, kann Preise, Qualität und Lieferbedingungen in Ruhe vergleichen. Für den Winter 2026/27 sollte jetzt trockenes, ofenfertiges Holz bestellt werden. Frisches Holz kann bereits als Vorrat für spätere Heizperioden eingelagert werden.
Die Zahlen des Jahres 2026 zeigen gleichzeitig, weshalb Holz wirtschaftlich interessant bleibt: Während Heizöl und Gas teils deutlich auf internationale Preisbewegungen reagieren, hat sich Scheitholz zuletzt wesentlich stabiler entwickelt.
Wer regional einkauft, richtig lagert und seinen Kachelofen fachgerecht betreibt, verbindet damit Versorgungssicherheit, kalkulierbare Kosten und jene besondere Wärme, die nur ein Original Kachelofen schenken kann.
Sie sind unsicher, welches Holz, welche Scheitlänge oder welche Brennstoffmenge zu Ihrem Kachelofen passt? Unsere Meisterbetriebe beraten Sie gerne persönlich.
* Stand der Preisangaben: Juli/August 2026. Die aktuellen Werte werden im Artikel bewusst als Momentaufnahme ausgewiesen.










