Die Keramik Kachel

Erste Funde von Kachelöfen gehen auf das Mittelalter zurück. Natürlich ist seitdem einiges passiert. Die Öfen sind natürlich weitaus effizienter geworden. Firmen haben außerdem ihre Designs angepasst. Der klassische grüne Kachelofen wurde durch weiß verputzte Öfen mit großen Kacheln in z.B. Braun- und Schwarztöne ausgetauscht.

Warum sollte man einen Kachelofen anschaffen?

Die Anschaffung von Kachelöfen bringen entscheidende Vorteile mit sich. Die Oberflächen von Öfen, die zum Beispiel aus Stein sind, werden sehr schnell heiß. Keramische Ofenkacheln hingegen speichern, dank ihrer Zusammensetzung, Wärme über Stunden und sorgen für eine gleichmäßige gesunde Strahlungswärme. Diese Wärmeeinstrahlen sind vergleichbar mit der Wärmestrahlung der Sonne und fördern unser körperliches Wohlbefinden. Dadurch wird das Integrieren von Sitz- oder Liegeflächen beim Kachelofen besonders interessant. Die Wärme von Ofenkacheln verhindert außerdem das Aufwirbeln von Staub und sorgt generell für ein angenehmes Raumklima mit ausgewogener Luftfeuchtigkeit.

Wie werden Ofenkacheln hergestellt?

Die Herstellung von Keramikplatten kann grob in vier Teile gegliedert werden.

SCHRITT 1:

Zuerst werden die Rohstoffe gemischt. Ofenkacheln sind reine Naturprodukte. Der Hauptbestandteil ist Ton, welchem man nach spezieller Rezeptur zusätzliche Rohstoffe beimischt. Kaolin, Quarzsand, Schamotte und andere Mineralien werden in unterschiedlichen Mengen zugeführt und mit Wasser vermengt.

SCHRITT 2:

Die fertige Masse wird im nächsten Schritt in seine eigentliche Form gebracht. Dabei wird sie in eine Gipsform gegossen und bleibt stehen, um der Menge Wasser zu entziehen. Nach einiger Zeit kann sie aus der Fassung genommen werden und die Kachel hat genug Stabilität, um sie nach Belieben zu verformen.

SCHRITT 3:

Im dritten Schritt werden die Kacheln per Schwamm oder Pinsel verputzt, um eine glatte Oberfläche zu garantieren. Anschließend wird sie bis zu viermal glasiert. Das passiert entweder per Sprühpistole oder mit Händeschütten. Danach wird die Kachel wieder getrocknet.

SCHRITT 4:

Zu guter Letzt werden die Ofenkacheln gebrannt. Sie werden im Ofen für mehr als 24 Stunden zwischen 1060 °C und 1100 °C temperaturbehandelt. Um Fehler zu vermeiden, kommen nur gleiche Farben miteinander in den Ofen. Vor dem Verkauf werden die Kacheln mittels Diamantwerkzeug, auf die gewünschte Größe zugeschnitten und nochmals auf ihre Qualität geprüft.

Diesen Beruf kann man in Österreich nur an einer Schule erlernen: Der Fachschule für Keramik und Ofenbau in Soob, Burgenland.

Warum nicht einfach Fliesen verwenden?

Häufig wird das Gleiche gemeint, wenn von Fliesen und Kacheln gesprochen wird. Beides sind Begriffe für Keramikplatten. Die Funktion von Fliesen und Kacheln sind allerdings nicht vergleichbar. Kacheln bestehen aus einer speziellen keramischen Masse, die Wärme stundenlang speichert und langzeitig Wärmestrahlung abgibt. Fliesen haben einen anderen Anwendungszweck. Oft sind sie in öffentlichen Gebäuden verlegt, da sie sehr robust und langlebig sind. Aufgrund der hohen Dichte, die Fliesen belastungsfähig macht, speichern sie allerdings fast keine Wärme.

Nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas gutes tun.

Durch fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas oder Erdöl werden riesigen Mengen an CO₂ in unsere Atmosphäre freigesetzt. Die dadurch entstandene CO₂ Belastung trägt stark an der Klimaerwärmung bei. Auch bei der Verbrennung von Holz entsteht CO₂. Der Unterschied ist jedoch riesig. Beim Verheizen von Holz wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie viel der Baum zum Wachsen aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Somit ist die Holzverbrennung klimaneutral.

Während Holz deutlich klimafreundliche Energie erzeugt, als fossile Brennstoffe, steht immer wieder die hohe Feinstaub Belastung durch Holzheizung in Kritik. Holzöfen sollen rund 17 % der Feinstaub Emission Österreichs ausmachen. In dieser Statistik wird allerdings nicht erwähnt, dass zwei Drittel davon, durch veraltete Heizungssysteme verursacht werden. Außerdem ist zu beachten, dass Feinstaubpartikel, die durch die Holzverbrennung entstehen, nicht so schädlich sind, wie Partikel, die durch das Verbrennen von Diesel entstehen.

Moderne Öfen regeln den Verbrennungsvorgang mittlerweile sehr effizient. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihre Heizkosten.

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