Warum sich 22 °C am Kachelofen völlig anders anfühlen als 22 °C aus der Heizung

Draußen scheint die Sonne. 22 Grad. Ein leichter Wind weht, die Terrasse lädt zum Verweilen ein. Niemand würde auf die Idee kommen, sich jetzt ins Haus zu setzen und die Heizung aufzudrehen.

Denn obwohl das Thermometer vielleicht dieselbe Temperatur anzeigt wie im Wohnzimmer im Winter, fühlt sich die Wärme völlig anders an. Warum? Weil unser Körper nicht nur auf Lufttemperatur reagiert – sondern vor allem auf Wärmestrahlung.

Genau darin liegt seit Jahrhunderten das Geheimnis eines Original Kachelofens.

Unser Körper misst keine Grad Celsius

Wenn wir von einer angenehmen Raumtemperatur sprechen, denken wir meist an eine Zahl auf dem Thermostat.

20 Grad. 22 Grad. 24 Grad.

Unser Körper funktioniert jedoch anders.

Er bewertet nicht nur die Temperatur der Luft, sondern auch die Temperatur der Oberflächen um uns herum – also Wände, Böden, Möbel oder eben die angenehm warme Kacheloberfläche eines Kachelofens.

Fachleute sprechen deshalb von der operativen Temperatur oder auch Empfindungstemperatur. Sie beschreibt das tatsächliche Wärmeempfinden eines Menschen und setzt sich aus Lufttemperatur und Strahlungswärme der Umgebung zusammen.

Mit anderen Worten:
Nicht die Zahl am Thermometer entscheidet darüber, ob wir uns wohlfühlen. Sondern das Zusammenspiel der Wärme, die uns umgibt.

Die Sonne macht es vor

Jeder kennt dieses Gefühl. Es ist Frühling. Die Luft ist noch kühl. Das Thermometer zeigt vielleicht nur 18 Grad. Und trotzdem setzt man sich gerne in die Sonne. Warum? Weil die Sonnenstrahlen unseren Körper direkt erwärmen. Genau dieses Prinzip nutzt auch ein Kachelofen.

Er erwärmt nicht in erster Linie die Luft, sondern sendet einen großen Teil seiner Wärme als angenehme Wärmestrahlung in den Raum. Möbel, Wände und Menschen nehmen diese Wärme auf und geben sie langsam wieder ab. Dadurch entsteht ein besonders ausgeglichenes Raumklima.

Warme Luft ist nicht gleich warme Wärme

Viele klassische Heizsysteme arbeiten überwiegend mit Konvektion.
Dabei wird die Luft erwärmt, steigt nach oben, kühlt wieder ab und zirkuliert ständig durch den Raum.

Das funktioniert zuverlässig – bringt aber Begleiterscheinungen mit sich:

  • warme Luft sammelt sich unter der Decke,
  • kühlere Luft bleibt im Fußbereich,
  • es entstehen Luftbewegungen,
  • Staub wird stärker aufgewirbelt.

Ein Kachelofen arbeitet dagegen überwiegend mit Strahlungswärme.
Die Wärme wird gleichmäßig über Stunden abgegeben und sorgt für ein ruhiges, angenehmes Wohnklima mit deutlich weniger Luftbewegung.

Warum sich 22 Grad unterschiedlich anfühlen

Vielleicht haben Sie es selbst schon erlebt. In einem Haus zeigt das Thermometer 22 Grad. Trotzdem zieht man sich einen Pullover an.

In einem anderen Raum zeigt das Thermometer ebenfalls 22 Grad. Doch dort fühlt es sich sofort angenehm an. Der Unterschied liegt nicht in der Lufttemperatur. Sondern in der Wärme, die uns die umgebenden Oberflächen zurückgeben.

Studien zeigen, dass Räume mit einem hohen Anteil an Strahlungswärme häufig bereits bei einer etwas niedrigeren Lufttemperatur als besonders behaglich empfunden werden. Das bedeutet: Für das gleiche Wohlgefühl muss die Raumluft oft gar nicht so stark erwärmt werden.

Wärme, die bleibt

Ein weiterer Unterschied zeigt sich nach dem Einheizen. Während viele Heizsysteme unmittelbar nach dem Abschalten kaum noch Wärme liefern, speichert ein Kachelofen die erzeugte Energie in seiner keramischen Speichermasse.

Diese gespeicherte Wärme wird anschließend über viele Stunden langsam und gleichmäßig wieder abgegeben. Nicht plötzlich. Nicht stoßweise. Sondern so, wie wir es als angenehm empfinden.

Gerade diese gleichmäßige Wärmeabgabe ist einer der Gründe, warum Menschen die Wärme eines Kachelofens oft als besonders wohltuend beschreiben.

Behaglichkeit lässt sich nicht messen – aber erleben

Natürlich spielen viele Faktoren für unser Wohlbefinden eine Rolle:

  • die Luftfeuchtigkeit,
  • die Luftbewegung,
  • die Bauweise des Hauses,
  • die Einrichtung,
  • die Kleidung.

Doch eines zeigt sich immer wieder:
Behaglichkeit entsteht nicht allein durch warme Luft.

Sie entsteht durch das Zusammenspiel aus Strahlungswärme, ruhigem Raumklima und einer gleichmäßigen Wärmeverteilung. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ein Abend vor dem Kachelofen ein anderes Gefühl vermittelt als jeder Blick auf das Thermostat.

Mehr als ein Heizsystem

Ein Original Kachelofen liefert Wärme. Aber er schafft noch etwas viel Wertvolleres. Er schafft Atmosphäre. Er wird zum Mittelpunkt des Wohnraums. Zum Platz für Gespräche. Zum Lieblingsplatz an kalten Wintertagen.

Und manchmal genügt schon der Gedanke an einen sonnigen Sommertag, um zu verstehen, warum sich Wärme nicht in Grad Celsius messen lässt. Man muss sie erleben.

Unser Tipp

Wenn Sie wissen möchten, warum sich ein Original Kachelofen so anders anfühlt als viele andere Heizsysteme, besuchen Sie einen Meisterbetrieb der Markengemeinschaft Original Kachelofen.

Denn echte Strahlungswärme kann man erklären. Am besten versteht man sie jedoch, wenn man sie selbst erlebt.

Gut zu wissen

Die thermische Behaglichkeit eines Raumes hängt nicht allein von der Lufttemperatur ab.

Wissenschaftlich entscheidend sind unter anderem:

  • Lufttemperatur
  • mittlere Strahlungstemperatur
  • Luftgeschwindigkeit
  • Luftfeuchtigkeit
  • Bekleidung und Aktivitätsgrad

Deshalb können sich zwei Räume mit identischer Temperatur völlig unterschiedlich anfühlen.

Quellen:

Neue Erkenntnisse zu Behaglichkeits- und Gesundheitsaspekten von Kachelöfen.
(PDF von Prof. Dr. Ing. Friedrich Schiffert)

Operative Temperatur. e-genius (FH Burgenland)

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